Sanierung der Wärmeverteilung mehrerer Kasernen im Bereich Munster Süd

Vergabeverfahren nach VSVgV zur Beschaffung von Objektplanungsleistungen für Ingenieurbauwerke, Freianlagen und Verkehrsanlagen

Im Liegenschaftsbereich Munster-Süd soll die Wärmeverteilung erneuert werden. Der Liegenschaftsbereich umfasst die Örtzetal-Kaserne (ehem. Schulz-Lutz-Kaserne), die Hindenburg-Kaserne, die Peter-Bamm-Kaserne, die Freiherr v. Boeselager-Kaserne sowie zivile Liegenschaften der Bundeswehr, angrenzend an die Kasernen. Die Liegenschaftsbereiche hängen räumlich zusammen und sind nur durch Straßen getrennt.
Ingenieurbauwerke:
Die Maßnahme beinhaltet die Sanierung des Wärmeversorgungsnetzes (WVN) zwischen der Wärmeerzeugungsanlage (WEA) und den einzelnen Gebäuden sowie den wärmetechnischen Hausstationen (WH) in den Gebäuden. Das Wärmeversorgungsnetz soll nur in den Hausstationen hydraulisch abgeglichen werden. Ein hydraulischer Abgleich der Gebäude von der Hausstation bis zum Wärmeverbraucher (z. B. Heizkörper) ist nicht Bestandteil der Maßnahme.
Im Zuge des Bauverlaufes werden die alten Haubenkanäle zurückgebaut und durch ein neues optimiertes Fernwärmenetz aus Kunststoff-Mantelrohr ersetzt. Abschnittsweise werden neues und altes Rohrnetz getrennt/verbunden und/oder Kasernenbereiche provisorisch über mobile Heizcontainer versorgt. Die Versorgung mit Heizwärme und Trink-Warmwasser ist dabei ganzjährig sicherzustellen.
Die Maßnahme umfasst 22.500 Trassenmeter erdverlegtes Kunststoffrohr mit einem elektronischen Leckortungssystem in den Nennweiten DN 20 bis DN 300. Es werden rund 230 Gebäude wärmetechnisch versorgt, wobei 197 Hausstationen erneuert werden müssen. Besonders zu beachten ist die abschnittsweise Inbetriebnahme sowie das gesamte Inbetriebnahme-Management.
Freianlagen:
Vor Baubeginn ist der vorhandene Bewuchs des Geländes zu roden und von dem Baufeld zu entfernen. Erforderliche Baumfällungen werden durch die Forstverwaltung bzw. das BwDLZ ausgeführt. Das Roden der Stubben ist Bestandteil des Aufgabenumfangs.
Bei der Trassenführung der Heizleitungsgräben wurde darauf geachtet, dass Bäume und Hecken von den Tiefbauarbeiten möglichst nicht berührt werden. Teilweise bestehen jedoch keine Alternativen.
Vor Bauausführung ist von allen von der Baumaßnahme betroffenen Flächen vorhandener wiedereinbaufähiger Oberboden abschnittsweise abzutragen und auf einem geeigneten Bodenlagerplatz zwischenzulagern. Nicht für den Wiederauftrag geeignetes Material werden abgetragen und entsorgt.
Nach Verfüllung der Leitungsgräben wird auf allen geplanten zukünftigen Rasenflächen Oberboden aufgetragen. Auf allen unbefestigten neu mit Oberbodenauftrag versehenen Flächen wird Landschaftsrasen angesät und eine Rasenpflege durchgeführt.
Verkehrsanlagen:
Die im Zuge der Verlegung der Fernwärmeleitungen aufzubrechenden Gehwegflächen sind wiederherzustellen. Dabei kann ggf. das vorhandene aufgebrochene Pflaster wiederverwendet werden. Alle Gehwegflächen erhalten unterhalb des Pflasters einen standfesten und frostsicheren Unterbau aus Schottermaterial (Gesamtaufbau 30 cm). Zusätzlich müssen Straßenflächen in verschiedenen Befestigungsarten aufgebrochen werden. Diese Flächen sind in der ursprünglichen Befestigungsart wiederherzustellen. Dabei kann das vorhandene aufgebrochene Material nicht wiederverwendet werden.
Es wurde festgestellt, dass alte Asphaltbefestigungen und die darunter befindliche Schotter-Tragschicht teilweise mit PAK belastet sind. Im Mittel betrifft dies geschätzt ca. die Hälfte aller Asphalt-Befestigungen. Das PAK-haltige Material wird zunächst gelagert und soweit möglich und sinnvoll nach dem Abfahren einer stofflichen Verwertung zugeführt.
Für die Bestimmung von eventuellen Kontaminierungen im Boden und im Ausbau-Asphalt sind Boden- und Asphalt-Proben zu entnehmen und Analysen von einem Bodenlabor durchzuführen.

In diesem Vergabeverfahren werden die Planungsleistungen im Bereich der Objektplanung Ingenieurbauwerke, Objektplanung Freianlagen und Objektplanung Verkehrsanlagen nach HOAI vergeben. Die Technische Ausrüstung wurde separat ausgeschrieben.

Im Rahmen des Verfahrens werden folgende Leistungen vergeben:

- Objektplanung Ingenieurbauwerke Lph 3, optional Lph 4 - 9 gem. § 43 HOAI i. V. m. Anlage 12 Ziffer 12.1,
-Objektplanung Freianlagen Lph 3, optional Lph 4 - 9 gem. § 39 HOAI i. V. m. Anlage 11 Ziffer 11.1,
- Objektplanung Verkehrsanlagen Lph 3, optional Lph 4 - 9 gem. § 47 HOAI i. V. m. Anlage 13, Ziffer 13.1,

-Besondere / Zusätzliche Leistungen:
- Optional: Örtliche Bauüberwachung bei Ingenieurbauwerken als Besondere Leistung gemäß HOAI Anlage 12, Ziffer 12.1 zu § 43 Absatz 4 inkl. Prüfen von Nachträgen,
- Optional: Kostenkontrolle (OP IBW),
- Optional: Kostenfeststellung unter Verwendung des Musters 6 RBBau (OP IBW),
- Optional: Überwachung der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist (OP IBW),
- Optional: Örtliche Bauüberwachung bei Verkehrsanlagen als Besondere Leistung gemäß HOAI Anlage 13, Ziffer 13.1 zu § 47 Absatz 2 inkl. Prüfen von Nachträgen,
- Optional: Kostenkontrolle (OP VA),
- Optional: Kostenfeststellung unter Verwendung des Musters 6 RBBau (OP VA),
- Optional: Überwachung der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist (OP VA),
- Optional: vollständige Übergabe des Objekts an die Bundeswehr (FdTÜR) (OP IBW, OP VA, OP FA

Weitere Informationen zur Bekanntmachung:
https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:598862-2021:TEXT:DE:HTML&src=0

Weitere Unterlagen zum Download:
https://vergabe.niedersachsen.de/Satellite/notice/CXQ6YY5D40Q


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