Erweiterungsneubau Am Staatsarchiv Bremen: Magazingebäude mit Werkstätten

VgV-Vergabeverfahren zur Beschaffung von Fachplanungsleistungen (Technische Ausrüstung)

Das Staatsarchiv Bremen soll durch den Neubau eines zweiten Magazingebäudes (inkl. Werkstätten) erweitert werden.
Ein Neubau auf dem vorhandenen Grundstück steht planerisch vor komplexen Anforderungen:
- Er soll ausreichend Zuwachsflächen für magaziniertes Schriftgut bis zum Ende der analogen Überlieferung bieten und muss daher ca. 10.000 Regalmeter Archivgut in den kommenden Jahrzehnten aufnehmen können.
- Die Grundstücksfläche muss so genutzt werden, dass trotz maximaler Ausnutzung die sichere Zuwegung für Lieferfahrzeuge mit Anlieferungen, aber auch für Notfälle (Rettung, Feuerwehr, Havariebergung) sichergestellt ist.
Schließlich muss der Neubau mit einer ebenerdigen Verbindung baulich und funktional an den bestehenden, denkmalgeschützten Magazinturm angebunden werden, um zwischen den Gebäuden eine witterungsunabhängige Wegeverbindung für Personal und Archivgut zu ermöglichen. Dieser Verbindungsbau, der gestalterische Anschluss an den Altbau und die Fassadengestaltung des Neubaus sind als Bauaufgaben integriert zu lösen. Sie haben sich an dem hohen Anspruchsniveau zu orientieren, das sich aus dem Baudenkmal Staatsarchiv, seiner Nachbarschaft und seiner näheren Umgebung ergibt. Es versteht sich, dass ein solches Bauwerk nicht nur gestalterisch und ästhetisch einem hohen Anspruch gerecht werden muss. Darüber hinaus muss es auch bauphysikalisch, energetisch und im Sinn der Nachhaltigkeit an den Ansprüchen gemessen werden, die an einen kulturpolitisch wichtigen, zeitgenössischen Leitbau zu stellen sind: Dieser muss klimaträge und energetisch nachhaltig ausgelegt sein, um als Passivbau Folgekosten im Unterhalt zu reduzieren. Er muss aber gleichwohl stets ein dem Archivgut angemessenes Binnenklima garantieren und daher auch die Möglichkeit zu aktiv regelnden Eingriffen in das Raumklima bieten.
Auch hier sind durch die klimabedingten Änderungen der letzten Jahre mit extremen, ggf. lang anhaltenden Temperaturspitzen sowie erhöhter Havariegefahr durch Starkregen die Ansprüche an einen solchen Bau gestiegen.
Derzeit findet für die Architekturleistungen ein Planungswettbewerb statt, welcher im Sommer abgeschlossen werden soll.

Im Rahmen des Vergabeverfahrens werden folgende Leistungen vergeben:

- Technische Ausrüstung, Lph 1-2 und optional Lph 3-9 gemäß § 55 HOAI i. V. m. Anlage 15 Ziffer 15.1 die
Anlagengruppen:
1. Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen,
2. Wärmeversorgungsanlagen,
3. Lufttechnische Anlagen,
4. Starkstromanlagen,
5. Fernmelde- und informationstechnische Anlagen,
8. Gebäudeautomation.

Besondere/zusätzliche Leistungen:
- Kostenschätzung mit Aufstellen von Mengengerüsten und Angabe der Einheitspreise (Besondere Leistung zur LPH 2);
- optional: Aufstellen eines energetischen Gesamtkonzeptes für den Bestand und Neubau zum Energiestandard Kfw-40;
- optional: Kostenberechnung mit Aufstellen von Mengengerüsten und Angabe der Einheitspreise (Besondere Leistung zur LPH 3);
- optional: vertiefte Preisprüfung im Rahmen der Lph 7;
- optional: Führen eines Bautagebuchs nach RLBau (Besondere Leistung zu Lph 8);
- optional: Überwachen der Mangelbeseitigung zum Nachweis auf Anforderung (Besondere Leistung zur LPH 9).

Weitere Informationen zur Bekanntmachung:
https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:308273-2022:TEXT:DE:HTML

Weitere Unterlagen zum Download:
https://www.dtvp.de/Satellite/notice/CXP4Y5PR819/documents